Wenn mich heute Abend der Flieger zurück nach Europa bringt, dann findet nicht nur eine Reise ein Ende. Auch ein Abschnitt meines Lebens, der vor ziemlich genau 21 Jahren hier begonnen hat, ist vorbei. Klingt traurig, ist es aber nicht.
Aber auch Thailand ist erwachsen geworden. Wo früher gegenseitige Faszination, Respekt und ehrliches Interesse am Gegenüber waren, sind heute die Ignoranz und das Desinteresse einer reisenden Jugend, die ohne “Lonely Planet Guide Book” nicht einmal mehr das Bett im Zimmer findet. Was interessieren uns die Menschen hier? Billig saufen wollen wir! Nicht, dass uns die Thais jemals wirklich mögen hätten. “Farang” nennt man hier seit jeher Ausländer, die das bis heute als Ehre empfinden, in dem Glauben, von den Thais respektvoll als “Langnasen” bezeichnet zu werden.Weit gefehlt. “Farang”, abgeleitet von der verballhornten Aussprache von “Farganse”, also “Franzose”, ist kein Kosename sondern ein Schimpfwort. Und doch haben die Thais noch nie ihre Verachtung so offen gezeigt wie in den letzten Jahren.
Gerade die Jugendlichen haben hier vom Westen viel gelernt. Wo früher Höflichkeit eine über Generationen weitergegebene Selbstverständlichkeit war, ist es heute verpönt, zu einem Ausländer “Bitte” oder gar “Danke” zu sagen. “Twenty five Baht” muss an der Supermarktkasse reichen. Dazu passt, dass man in Bangkok den Flughafen-Bus eingestellt hat, Minibusse niemanden mehr vom Flughafen in die Stadt mitnehmen dürfen und der Zug so ankommt, dass man erst recht ein Taxi nehmen muss. Das selbstverständlich bei Ausländern keinen Taxameter einschaltet obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist. Wer das erste Mal hier ankommt, mag das exotisch finden oder als Tradition erkennen. Ich kann das nicht mehr.
Wer sich auf Thai von jemandem verabschiedet, den er lange nicht sehen wird, sagt “Laa Gon”. Ohne Verbitterung, aber etwas traurig und irritiert falte ich meine Hände zum Wai, dem traditionellen Gruß der Thais und bedanke mich für eine wunderbare Zeit. Laa Gon, Krung Thep. Lebe Wohl, Bangkok. Wir sehen uns.
Nur 21 Prozent der Österreicher, so war gestern auf der Startseite von orf.at zu lesen, haben so etwas wie Moral. Mal abgesehen davon, dass man Moral, die sich vom lateinischen »mos«, also Brauch ableitet, gar nicht haben sondern nur leben kann, fand ich die Schlagzeile erschreckend. Wenn auch nicht in dem Sinn, wie es jetzt wohl die meisten denken. Ich selbst zähle mich nämlich auch zu den »moralfreien« Menschen und lehne die Idee, dass eine böse Tat besser wird, wenn sie ein bestimmter Mensch begeht, als krankes Schönlügen ab. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen leben wir in einer Gesellschaft, die so erschreckend gewalttätig und gewaltbereit ist, dass sogar ich es mir schon schön lügen muss. Jemandem etwas weg zu nehmen das einem nicht gehört zum Beispiel ist Diebstahl. Da geben Sie mir sicher recht. Gut. Was ist dann eine »Fahrnisexekution«? Ein Diebstahl durch einen Beamten, genau. Diesen würde aber wohl niemand als unmoralisch ansehen wenn es doch ein Beamter macht! Damit wir uns richtig verstehen: Es geht hier darum, dass wir in Österreich gezwungen werden, in Versicherungen einzuzahlen, die wir niemals in Anspruch nehmen werden können weil wir bereits eine Versicherung haben. Ich habe als Kind gelernt, Leistung gegen Geld. Das wäre also Moral. Etwas nehmen ohne Leistung ist Diebstahl, also unmoralisch. Auch wenn es ein Beamter tut. (Falls Sie trotzdem Gefallen an dieser Idee finden können Sie gerne von jeder Auflage meines Buches zwangsweise eine Ausgabe erwerben. Um die Bezahlung machen Sie sich mal keine Sorgen. Da schicke ich dann einen moralischen Beamtenfreund vorbei, der Ihnen das Handy stiehlt.) Ich bin jedenfalls froh, keine Moral zu haben.
Gibt es für einen Autor noch ein erstrebenswertes Ziel, wenn
seine Bücher einmal in der berühmten Spiegel-Liste erschienen sind? Klar gibt es das: Die vietnamesische Fahrrad- oder Trageliste. Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum stehen die Bücher der weltbesten Autoren nämlich nicht in irgendwelchen Regalen. Vielmehr werden sie stückweise von vietnamesischen Straßenhändlern an interessierte Kundschaft persönlich ausgeliefert. Ob in einer Kiste auf einem Fahrrad wie in Nha Trang oder auf einem Stapel, der durch die Gassen Saigons getragen wird: Wer seine Bücher auf dieser Liste unterbringt, die derzeit von Stieg Larsson und Lonely Planet angeführt wird, darf sich zur schreiberischen Weltelite zählen. Ein Ziel übrigens, das ich demnächst auch noch erreichen möchte.
Tết Nguyên Đán, auf deutsch so viel wie “Fest des ersten Morgens”,
gilt nicht nur in Vietnam als der wichtigste Tag des ganzen Jahres. Symbolisiert er doch als Übergang in ein neues Jahr und Beginn des Frühlings all die Hoffnung auf Reichtum und ein glückliches Leben. Lange bereiten sich die Menschen daher auf diesen Tag vor. Schon Wochen zuvor werden Häuser geputzt, Lokale und Geschäfte geschmückt, Schulden beglichen und die Götter mit Sonderrationen an Obst, Zigaretten und anderen Gaben in den Hausaltären versöhnlich gestimmt.
Heuer war es am 23. Jänner soweit. Bereits am frühen Abend versammelten sich in Nha Trang, im mittleren Süden Vietnams, zehntausende Menschen am Meer. Es wurde geplaudert, gelacht und natürlich gegessen. Trommler in Furcht erregenden Kostümen fuhren durch die Straßen und hießen lautstark das Jahr des Drachen willkommen. Es ist wenige Minuten vor Mitternacht als sich auf dem dunklen Meer lautlaus zwei unbeleuchtete Boote der Küste nähern. Als an Bord zwei Fackeln entzündet werden geht ein erwartungsvolles Raunen durch die Menge. Noch zwei Minuten. Die Boote kommen näher und bleiben wenige Meter vor der Küste stehen. Punkt Mitternacht ein von zigtausenden Aaaahs und Oooohs bestauntes Feuerwerk. Das neue Jahr ist da. Zehn Minuten später ist alles vorbei. Zehntausende Vietnamesen sitzen wieder auf ihren Motorrollern und fahren mit erstaunlicher Ruhe und Disziplin zurück nach hause. Denn dort haben die Feierlichkeiten erst begonnen.

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beginnt, veranstaltet brainworx.cc einen
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Eigentlich gibt es in Vietnam zu Silvester nichts zu feiern. Klar wird auch hier am folgenden Tag die Jahreszahl um eine Stelle erhöht. Aber das ist eher Behördenkram und interessiert niemanden so wirklich. Heuer wird das Jahr am 22. Jänner enden, wenn der Hase dem Drachen weichen wird. Da wird dann gefeiert. Alles andere ist Nebensache.
Dank Heineken, einem Bierhersteller aus den Niederlanden, der den Stern der Kommunisten im Logo trägt, war heuer alles anders. Eine riesige Bühne, Manu, eine amerikanische Sängerin, fragende Gesichter im Publikum, als sie den Vietnamesen auf Englisch erklärt, wie sehr sie sich denn nicht freue, dass so viele gekommen sind.
Dann endlich der Countdown auf Mitternacht. Hinter der Absperrung sitzen tausende auf ihren Motorrollern, mit den sie zu verwachsen zu sein scheinen und von denen sie nicht mehr absteigen wollen. Vor der Bühne, dort wo man nur zu Fuß gehen darf, hält sich das Gedränge in engen Grenzen. Um Mitternacht dann endlich das Feuerwerk am Strand. Auch wenn keiner so genau weiß, warum es eigentlich stattfindet, wird es mit Ahhhs und Ohhhhs und am Ende mit einem Applaus bedacht. Fünf nach zwölf ist der Spuk dann vorbei. Ohne Drängen und Hupen sind tausende Motorräder wieder auf dem Weg nach Hause. Wir sehen uns wieder in 21 Tagen. Dann wird auch jeder wissen, warum. Bis dahin jedenfalls: Happy New Year!
Eine Maus schaute neugierig durch einen Spalt in der Wand und beobachtete den Bauern und seine Frau, die gerade ein Päckchen aufmachten. “Was da wohl Gutes drin ist?” fragte sich die Maus – um dann entsetzt festzustellen, dass die Beiden eine Mausefalle auspackten.
Sofort lief sie hinaus, um die anderen Tiere zu warnen: “Eine Mausefalle ist im Haus! Eine Mausefalle ist im Haus!” Die Henne gackerte und kratzte auf dem Boden, dann hob sie den Kopf und sagte: “Liebe Maus, ich sehe schon, dass das ein Problem für dich ist, aber für mich hat es keine Bedeutung. Mich betrifft es nicht.”
Die Maus wandte sich an das Schwein und erzählte ihm: “Eine Mausefalle ist im Haus! Eine Mausefalle ist im Haus!” Das Schwein grunzte mitfühlend und sagte: “Das tut mir aber leid, liebe Maus – aber da kann ich leider nichts unternehmen, außer für dich zu beten. Ich werde dich in mein Abendgebet einschließen.”
Die Maus lief zur Kuh und sagte zu ihr: “Eine Mausefalle ist im Haus! Eine Mausefalle ist im Haus!” Die Kuh meinte: “Muh, liebe Maus, du tust mir ja wirklich leid, aber so richtig kratzt mich das eigentlich nicht.”
So lief die Maus niedergeschlagen und enttäuscht wieder ins Haus zurück, um sich der schrecklichen Gefahr allein zu stellen.
In der Nacht hörte man ein lautes metallisches Schnappen – das Geräusch einer ausgelösten Mausefalle. Weiterlesen
von Barbara Mohatschek
In meinen dritten und vorerst letzten Beitrag zu dem Thema Tiere – ….möchte ich mich ein bisschen mit dem Unterschied Mensch -Tier beschäftigen. Hier geht es um die sogenannten inneren Werte. Neben den rein körperlichen Bedürfnissen (Nahrung, Pflege, etc.) kommen nun die – nennen wir es einmal – die inneren Werte, wie Empfindungen und Gefühle zur Sprache. Diese werden unseren Tieren gerne abgesprochen, seelenlose Wesen (katholische Kirche, 21. Jh.) kann man leichter abschieben, haben keine Rechte, keine Lobby.
Wer hat das Recht ein anderes Lebewesen als seelenlos zu bezeichnen?
Jetzt muss man sich natürlich mit der Gefühlswelt der Tiere auseinandersetzen, zu was sind sie fähig?
Alle höher entwickelten Lebewesen (wie Wolf, Pferd, Delphin,aber auch Rabenvögel, Papageien, Mensch,…) leben in sozialen Familienverbänden mit fixen Regeln und Aufgaben. Tiere nur als instinkt gesteuert zu bezeichnen ist wissenschaftlich mehrmals widerlegt, dass sie Gefühle besitzen bewiesen. Weiterlesen
von Barbara Mohatschek
Im Teil 1 ging es um die Fütterung meines Hundes, hier möchte ich aufführen, dass viele Gebiete in der Tierhaltung von dieser Thematik betroffen sind.
Die gesundheitliche Versorgung unserer Haustiere durch Tierärzte. Für viele Menschen gibt es nicht einmal eine ärztliche Grundversorgung. Die „Alma-Ata-Deklaration“: Es soll ein Grad an Gesundheit erreicht werden, der es allen Menschen ermöglicht, ein sozial und wirtschaftlich produktives Leben zu führen. Gesundheit wird als ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Entwicklung wahrgenommen. Haben Tiere so ein Recht nicht? Darf heute nur mehr existieren das für den Menschen von Nutzen ist? Wann werden wir dann anfangen die Menschen so einzuteilen? Alt und krank – weg damit. Sieht so unsere Zukunft aus? Weiterlesen
von Barbara Mohatschek
Gestern in der Hundeschule fiel folgender Satz: So lange Menschen verhungern, brauche ich mir keinen Kopf zerbrechen, was ich meinen Hund zum Fressen vorsetze. Im ersten Moment mag man diesem Mann und Hundebesitzer recht geben. Dieser Satz ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf.
Ist nun mein Hund ein Lebewesen 2. Klasse ohne Recht auf ordentliche Ernährung? Muss ich meinen Hund immer hinter den Bedürfnissen der (mir fremden) Menschen anstehen lassen. Werde ich zu einem Mensch 2. Klasse, wenn ich es nicht tue? Verringert sich der Welthunger, wenn ich meinen Hund Abfall vorsetze? Weiterlesen
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